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Zwischenbericht Pilotprojekt

Zwischenbericht - Pilotprojekt

1. Projektverlauf und Umsetzung

Mit dem Pilotprojekt «Mobile Altersarbeit» wurde Mitte Mai 2026 ein neues, niederschwelliges Angebot für Seniorinnen und Senioren in der Versorgungsregion BPA Leimental gestartet. Die BPA Leimental verfügt über einen öffentlichen Auftrag, ältere Menschen in ihrer selbstständigen Lebensweise und in besonderen Lebenssituationen zu unterstützen. Die Fachstelle berät Seniorinnen und Senioren unter anderem zu den Themen Betreuung und Pflege, Unterstützung zu Hause, Finanzierung und Sozialversicherungen, Entlastung von Angehörigen sowie Wohnen und Alltag im Alter. Das Pilotprojekt erweitert diese bestehende Arbeit um einen noch stärker aufsuchenden und mobilen Ansatz.

Im Zentrum steht die Idee, ältere Menschen nicht erst dann zu erreichen, wenn sie von sich aus eine Beratungsstelle aufsuchen, sondern ihnen den Zugang zur Sozialberatung möglichst früh und unkompliziert zu ermöglichen. Gerade Menschen, die wenig mobil sind, alleine leben, sozial zurückgezogen sind oder Hemmungen haben, eine Beratungsstelle aufzusuchen, sollen dadurch besser erreicht werden (Zielgruppe).

Die ersten drei Monate des Pilotprojekts zeigten, dass die aufsuchende Arbeitsweise eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Beratungsarbeit darstellt. Der persönliche Kontakt ermöglicht einen unkomplizierten Beziehungsaufbau und schafft Raum, auch Themen anzusprechen, die von den betroffenen Personen nicht unbedingt als eigentliche «Beratungsfragen» wahrgenommen werden. Eine Herausforderung besteht darin, den aufsuchenden Ansatz bekannt zu machen und die richtigen Personen zu erreichen. Die Wahl des Standortes und der Tagesszeit sind dabei sehr wichtig. Das Pilotprojekt bietet gleichzeitig die Möglichkeit, Erfahrungen darüber zu sammeln, welche Formen der aufsuchenden Kontaktaufnahme besonders gut funktionieren und bei welchen Zielgruppen der Bedarf am grössten ist.

Die Umsetzung des Pilotprojekts erfolgt durch die Fachstelle BPA Leimental in Zusammenarbeit mit der Sozialarbeiterin Simone Scherz. Sie ist jeweils dienstags von 14.00 bis 16.00 Uhr in den Gemeinden Bottmingen, Oberwil und Therwil an ausgewählten Standorten vor Ort. In Bottmingen befindet sich der Einsatzort bei der BLT-Tramhaltestelle «Bottminger Schloss», in Therwil auf dem Dorfplatz und in Oberwil im Zentrum Mühlematt. Die Einsätze erfolgen mit einem Velo und Anhänger. In einer Transportbox wird Informationsmaterial der Fachstelle mitgeführt. Zusätzlich werden zwei Campingstühle sowie eine Beachflag transportiert. Dadurch besteht die Möglichkeit, bei Bedarf längere Gespräche in einer geeigneten und angenehmen Umgebung vor Ort zu führen.

Das Pilotprojekt startete am 19. Mai 2026 in Bottmingen. Bislang fanden dort fünf Einsätze statt. In Therwil und Oberwil wurden jeweils vier Einsätze durchgeführt. Insgesamt sind pro Gemeinde sieben Einsätze vorgesehen. Der letzte Einsatz in Oberwil findet am 10. November 2026 statt. Im Juli wurde aufgrund der Ferienzeit eine Sommerpause eingelegt.

Am 16. und 23. Juni 2026 konnte das Projekt zudem mit einem speziell für die mobile Altersarbeit umgebauten Cargovelo durchgeführt werden. Das Cargovelo ist Teil eines gemeinsamen Projekts mit fünf weiteren Altersfachstellen. Der Einsatz stiess insbesondere in Therwil und Oberwil auf grosses Interesse.

2. Erfahrungen, Herausforderungen und Massnahmen

Wetter:
Die Monate Mai, Juni und August 2026 waren von hohen Temperaturen und ausgeprägter Trockenheit geprägt. Dies hatte auch Auswirkungen auf die aufgesuchten Standorte. Bei Temperaturen von über 35 Grad waren insgesamt deutlich weniger Personen im öffentlichen Raum unterwegs. Dies erschwerte die Kontaktaufnahme mit der Zielgruppe.

Tageszeit:
Aufgrund der hohen Temperaturen lässt sich derzeit noch nicht abschliessend beurteilen, ob der Vormittag oder der Nachmittag für die mobile Altersarbeit besser geeignet ist. Die kommenden Herbstmonate mit voraussichtlich tieferen Temperaturen werden weitere Erkenntnisse darüber liefern, ob nachmittags mehr Seniorinnen und Senioren an den jeweiligen Standorten anzutreffen sind.

Standorte:
Als bisher geeignetster Standort hat sich das Umfeld des Einkaufszentrums Mühlematt erwiesen. Die dort anzutreffenden Personen wirkten entspannt und nahmen sich Zeit für Gespräche mit der Sozialarbeiterin.

In Therwil erwies sich der Standort auf dem Dorfplatz beim Brunnen insbesondere am Nachmittag aufgrund des fehlenden Schattens als weniger geeignet. Der Wechsel innerhalb des Dorfplatzes zur Passage hat sich bisher bewährt.

Der Standort bei der Tramstation «Schloss» in Bottmingen hat sich bei den letzten vier Einsätzen als eher ungünstig erwiesen. Viele Personen sind mit dem Umsteigen beschäftigt und haben entsprechend wenig Zeit für Gespräche. Zudem handelt es sich bei einem Teil der Passantinnen und Passanten um Personen aus umliegenden Gemeinden, die nicht zur Zielgruppe des Projekts gehören.

Ausrüstung:
Das bisher eingesetzte Transportmittel und die Ausrüstung haben sich grundsätzlich bewährt. Für Simone Scherz ist die Nutzung des Velos mit Anhänger aufgrund des Strassenverkehrs jedoch einfacher als die Fahrt mit dem Cargovelo. Das Cargovelo ist aufgrund seiner Grösse und Handhabung anspruchsvoller zu lenken. Zudem steht das Cargovelo insgesamt fünf Fachstellen zur Verfügung und wird entsprechend gemeinsam genutzt. Bislang erfolgten zwei Einsätze mit dem Cargovelo. Auch für die letzten beiden Einsätze im November ist dessen Einsatz vorgesehen.

Massnahmen/Öffentlichkeitsarbeit:

Der Bericht über das Pilotprojekt wurde am 7. Mai 2026 sowie am 30. Juli 2026 im BiBo veröffentlicht. Zusätzlich wurde in den Gemeindeschaukästen von Bottmingen, Oberwil und Therwil auf das Projekt aufmerksam gemacht.

Um weitere Personen aus der Zielgruppe zu erreichen, wurden vom 6. bis 10. August 2026 vier Restaurants bzw. Cafés angefragt, die als Treffpunkte für Seniorinnen und Senioren bekannt sind. In Bottmingen wurde das Restaurant «Station», in Oberwil das «Bistro Ambiente», in Therwil die «KML Cafeteria» sowie das «Ristorante Bahnhöfli» angefragt.

Alle vier Betriebe erklärten sich bereit, auf das Projekt aufmerksam zu machen. Simone Scherz konnte entsprechendes Informationsmaterial und Flyer zum Auflegen bzw. Aufhängen vorbeibringen. Diese zusätzliche Möglichkeit zur Öffentlichkeitsarbeit hat sich als hilfreich erwiesen und wird von den Projektverantwortlichen sehr geschätzt.

Ebenfalls wurden am 6. und 17. August 2026 verschiedene Vereine und Organisationen auf das Projekt aufmerksam gemacht. Dazu gehörten «Senioren für Senioren Bottmingen», die «Dienstleistungsbörse Oberwil», der «Aktivverein 55plus Oberwil und Umgebung», «Therwil Vital» sowie «Ettige mitenand». Die Vereine wurden gebeten, in ihren Vereinslokalen und/oder auf ihren Homepages über das Angebot zu informieren. Die Rückmeldungen waren positiv und die Bereitschaft zur Unterstützung wurde von der Fachstelle sehr geschätzt.

3. Bisherige Projektergebnisse

Der zentrale Meilenstein – der Aufbau und Start des sechsmonatigen Pilotprojekts – wurde erreicht. Das Angebot konnte Mitte Mai 2026 gestartet und in die bestehende Arbeit der BPA Leimental integriert werden.

Mit dem Pilotprojekt konnte die Fachstelle einen zusätzlichen Zugang zu älteren Menschen schaffen und den bestehenden Beratungsauftrag um einen mobilen und aufsuchenden Ansatz erweitern.

Die Erfahrungen aus der ersten Projekthälfte vom 19. Mai bis 18. August 2026 zeigen folgende Ergebnisse:

Kontaktaufnahme:
Bei den bisher zehn Einsätzen wurden jeweils rund 10 bis 15 Flyer der Fachstelle gezielt an Seniorinnen und Senioren abgegeben, welche die Fachstelle bisher noch nicht oder nur wenig kannten. Ergänzend wurden kleine Give-aways wie Taschentücher, Notizblöcke und Bonbons verteilt.

Eine besondere Herausforderung besteht darin, aktiv auf Personen zuzugehen und innerhalb kurzer Zeit deren Interesse für das Angebot zu wecken. Gleichzeitig erfordert die Kontaktaufnahme ein gewisses Feingefühl, damit sich Seniorinnen und Senioren durch die Ansprache nicht in ihrer Selbstwahrnehmung beeinträchtigt oder aufgrund ihres Alters angesprochen fühlen.

Die Vernetzung mit weiteren Fachpersonen und im Altersbereich tätigen Personen konnte bereits während der ersten Projekthälfte gestärkt werden. Durch persönliche Begegnungen an den Einsatzorten entstanden Kontakte zu Personen, die beispielsweise in Altersvereinen, bei der Spitex oder in Pflegeheimen tätig sind.

Erläuterungen aus den Einsätzen vor Ort:

Simone Scherz beschreibt ihre bisherigen Erfahrungen wie folgt:

«Personen, die aufgrund unserer Öffentlichkeitsarbeit gezielt Kontakt mit mir aufgenommen haben, waren bisher eher selten. Insgesamt suchten zwei Seniorinnen bzw. Senioren im dritten Lebensalter das Gespräch. Die Themen waren der Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim (APH), ein Kantonswechsel sowie Alterswohnungen. Zudem kamen zwei Damen der M. Maizet Stiftung auf mich zu, um mich persönlich kennenzulernen. Ein hochaltes Ehepaar informierte sich über den Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim. Die Gespräche dauerten jeweils zwischen 15 und 30 Minuten und es erfolgte eine persönliche Vorstellung. Besonders gefreut hat mich der Besuch eines ehemaligen Kunden.

Darüber hinaus konnte ich fünf potenzielle neue Kundinnen und Kunden erreichen. Mit diesen Personen entstanden kurze Gespräche von etwa fünf Minuten bis hin zu ausführlicheren Gesprächen von 10 bis 15 Minuten. Die Personen stellten sich namentlich vor und erhielten meine Visitenkarte. Sie gehören zur Zielgruppe und haben signalisiert, sich für einen Beratungstermin bei mir zu melden.

Die meisten Personen, denen ich einen Flyer der Fachstelle übergeben habe, kannten unsere Fachstelle bisher nicht. Die Reaktionen auf die Fachstelle und das Pilotprojekt waren durchwegs positiv. Dabei handelte es sich meist um kurze Kontakte von ein bis zwei Minuten.

Bislang kam es zu drei Begegnungen mit Personen, die das Gespräch deutlich ablehnten. Eine Person reagierte verbal sehr ablehnend. Auffällig war, dass diese Personen aus meiner Einschätzung teilweise einen erhöhten Unterstützungsbedarf aufwiesen.

Die Gesprächsthemen waren vielfältig. Es entwickelte sich jedoch in der Regel kein oberflächlicher Smalltalk, sondern konkrete Gespräche zu Themen wie Altersarmut, Einsamkeit, Freiwilligenarbeit, Erwerbstätigkeit im Alter, Kriminalprävention, Alterswohnungen und Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim.

Insgesamt ziehe ich eine positive Zwischenbilanz.»

4. Fazit und Ausblick

Das Pilotprojekt wird bis Mitte November 2026 weitergeführt und anschliessend ausgewertet.

Im Rahmen der Auswertung soll geprüft werden, welche Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Pilotphase gewonnen werden konnten. Auf dieser Grundlage soll beurteilt werden, in welcher Form die mobile Altersarbeit nachhaltig in die bestehende Arbeit der BPA Leimental integriert werden kann.

Dabei sollen insbesondere die bisherigen Erfahrungen hinsichtlich der geeigneten Standorte, Tageszeiten, Kontaktaufnahme und Öffentlichkeitsarbeit berücksichtigt werden.

bisherige Projektergebnisse

Der wichtigste Meilenstein – der Aufbau und Start des sechsmonatigen Pilotprojekts – wurde erreicht. Das Angebot konnte Mitte Mai 2026 gestartet und in die bestehende Arbeit der BPA Leimental integriert werden. Die Fachstelle konnte damit einen zusätzlichen Zugang zu älteren Menschen schaffen und den bestehenden Beratungsauftrag um einen mobilen und aufsuchenden Ansatz erweitern.

Die Erfahrungen aus der ersten Projektphase (19.05. bis 18.08.) ergeben Folgendes:

Kontaktaufnahme: In den bisher zehn Einsätzen wurden jeweils zwischen 10 und 15 Flyer der Fachstelle gezielt an Seniorinnen und Senioren abgegeben, die uns noch oder nur wenig kannten, zusammen mit Give-Aways wie Taschentüchern, Notizblöcken und Bonbons. Es war eine besondere Herausforderung, auf die Personen zuzugehen und ihr Interesse schnell zu wecken, damit sie nicht weitergehen. Taktgefühl ist erforderlich, damit sich Seniorinnen und Senioren, insbesondere Frauen, nicht gekränkt fühlen, wenn man sie anspricht und sie als „alt“ wahrnehmen. Die Vernetzung mit anderen Fachpersonen und Altersaktiven konnte durch persönliches Kennenlernen vor Ort gestärkt werden; dies waren Personen, die in Altersvereinen, bei der Spitex oder im Pflegeheim tätig sind.

In der Praxis vor Ort hat Simone Scherz folgende Kundenerfahrungen gemacht:

„Kunden, die gezielt auf unsere Werbung hin aufgesucht haben, waren eher selten. Insgesamt gab es zwei Seniorinnen bzw. Senioren im dritten Lebensabschnitt, die Fragen zum APH-Eintritt, Kan-tonwechsel und Alterswohnungen hatten. Zwei Damen von der M. Maizet Stiftung wollten mich persönlich kennenlernen, und ein hochaltes Ehepaar hatte Fragen zum Heimeintritt (Gespräch jeweils 15–30 Minuten, namentlich vorgestellt). Zudem kam ein älterer Kunde, der mich besuchen kam, was mich sehr freute. Es gab fünf potenzielle neue Kunden, mit denen ich kurze (5 Minuten) bis längere Gespräche (10–15 Minuten) führte; sie stellten sich vor und erhielten meine Visitenkarte. Sie gehören zu meiner Zielgruppe und melden sich bald für einen Termin. Die meisten Personen, denen ich unseren Flyer gegeben habe, kannten unsere Fachstelle noch nicht; sie reagierten überwiegend positiv auf das Pilotprojekt (Kurzkontakte von 1–2 Minuten). Es gab bis jetzt drei Begegnungen mit Seniorinnen und Senioren, die mich deutlich abgelehnt haben; einer hat mich sogar beschimpft. Leider waren es gerade diese Seniorinnen und Senioren, die meiner Einschätzung nach dringend Hilfe benötigen würden, da sie verwahrlost wirkten. Die Gesprächs-Themen waren sehr divers, aber nie reines Smalltalk-Gespräch, sondern es kam zu echten Gesprächen über Altersarmut, Einsamkeit, Freiwilligenarbeit, Erwerbsarbeit im Alter, Kriminalprävention, Alterswohnungen und Heimeintritt. Insgesamt ziehe ich eine positive Zwischenbilanz.“

Fazit und Ausblick

Bis Mitte November 2026 wird das Projekt weitergeführt und ausgewertet. Im Anschluss soll geprüft werden, welche Erkenntnisse sich aus der Pilotphase ergeben und in welcher Form die mobile Altersarbeit nachhaltig in die Arbeit der BPA Leimental integriert werden kann.

10.09.2026/SS           

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